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Silvester 07/08: Hannah again!

Dies Jahr stand das Silvesterorchester vor der Herausforderung, ohne sachkundige musikalische Führung ins neue Jahr zu ziehen, da Konduktor Jörg sich nachwuchsbedingt entschuldigen musste. Außerdem fehlten auch einige bewährte Streichinstrumentbedienerinnen, was Anlaß zu eiligen Neuakquirierungen war, welche sich jedoch gleich sehr erfolgreich eingliederten und obendrein erfreulicherweise ohne weitere Kleinkinder anreisten.

Und so durfte sich das Publikum auch nicht wundern, wenn das diesjährige Musikprogramm geradezu anarchisch daherkam. Neben den obligatorischen Streichoktetten wurden südamerikanische Studien, Klavierkabarett und sogar ein Kinderliederzyklus dargebracht. Desweiteren holte auch das Gesangsquintett "Westkurve" wieder einige alte Comedian-Harmonists-Kamellen hervor, was die anfangs recht unkooperative Kinderschar dann doch zu zügigem Aufsuchen der entfernten Schlafzimmer ermunterte.

Überhaupt konnte diesmal nur durch die besagten Neuzugänge eine zahlenmäßige Überlegenheit des Nachwuchses gegenüber der etablierten Erwachsenenbesetzung verhindert werden. Da man sich jedoch nach zähen Verhandlungen von Vertretern beider Interessengruppen darauf einigte, dass der Wohnbereich nach 19 Uhr ausschließlich den Orchestermitgliedern vorbehalten ist (das Druckmittel "Westkurve" zeigte sich hierbei als wirkungsvolles Verhandlungsinstrument), konnten diese ab diesem Zeitpunkt in Ruhe den Genuss geistreicher Getränke, Gespräche, Gesellschaftsspiele, Musikdarbietungen und Jahreshoroskope aus der Trivialpresse zelebrieren.

Das traditionelle große musikalische Silvesterkonzert in Vollbesetzung blieb dieses Jahr allerdings aus. Das gemeinsame Entzünden halblegaler und großkalibriger Pyrotechnikerzeugnisse konnte dieses Manko jedoch übertönen. Rein lautstärkemäßig.