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Silvester 06/07: Böllern in Büchen

Diesmal war es entgültig so weit: um sich die Anschuldigungen einer unzureichenden Jugendarbeit nicht gefallen lassen zu müssen, hatten etliche Orchestermitglieder die Sommerpause genutzt, um den Nachwuchs zu fördern, bzw. zunächst einmal zu gebären.

Das musikalische Geschehen konkurrierte also ungewohnt mit Säuglings- und Klein­kinder­geschrei, und es war nur durch außerordentlich beherzte Fortissimo­anforderungen des Conducteurs (F. Fox) an das Orchester durchzusetzen (sofern ihm sein eigener Sohn gerade ein paar Minuten Ruhe ließ).

Auf dem Programm standen neben den üblichen Quartetthighlights vor allem Werke von Leonard Bernstein, George Gershwin und Antonín Dvorák. Das Gesangsensemble überzeugte durch fünfstimmige Arrangements von Huey Lewis und den Flying Pickets.

Was die Örtlichkeit angeht: so nah waren wir der DDR noch nie! Praktisch an der Grundstücksgrenze zur ehemaligen Ostrepublik gelegen, war man sich beim silvesterlichen Böllern nie so richtig sicher, ob hier gerade der beim Aldi eingeholte Chinakracher explodierte oder doch eine vergessene Landmine...

Ach ja, was die Chinakracher angeht: Starkregen zur Jahreswende sorgte erstmalig in der Geschichte des Silvester­orchesters dafür, dass die Hälfte der Neujahrs­begrüßungs­munition in einem pappigen Brei davonschwappte, bevor die Lunte auch nur "Mir ist warm" sagen konnte. Das nächste Mal dann: Brot statt Böller.

Obwohl... nö, Brot knallt nicht.

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