Silvester 95/96: Iffens
In den nächsten zwei Jahren gelang es Heike, uns auf einem Bio-Bauernhof an der Nordsee unterzubringen.
Wir wohnten dort bei einem sehr netten Ehepaar und hatten ein riesiges „Wohnzimmer“ zur Verfügung. Leider waren es zwei eisige Winter und dieser Raum sehr schlecht isoliert. So mussten wir uns beim Musizieren sehr warm anziehen. Zum Spielen passten wir zum Glück in die kleinen aber warmen Schlafzimmer.
Wenn wir abends alle total durchgefroren waren, konnten wir noch in die Sauna gehen oder uns mit Kissen- und Kitzelschlachten wärmen. Das wurde vom Nachbarzimmer allerdings nie lange geduldet. Sie standen bald mit Notenständern bewaffnet vor unserer Tür.
Die Hofbesitzer luden uns zum Boßeln ein. Sie spielten dieses schöne Wanderspiel allerdings nicht mit einer Kugel, sondern mit einem riesigen selbstgeernteten Kohlrabi.
Tagsüber gingen wir auch Schlittschuhlaufen. Beim Fangenspielen auf dem Eis stürzte Marion so blöd, dass sie nur noch im Stehen bratschen konnte.
Die meisten waren mit dem Zug angereist, wir hatten aber mittlerweile auch zwei (?) Autofahrer für den Transport vom Bahnhof Nordenham nach Iffens. Zwei Helden überlebten sogar die Anreise mit dem Fahrrad trotz eisiger Temperaturen. Auf der Rückfahrt hatte der Schaffner dann große Probleme, die Zahl der Reisenden mit und ohne Rad zu bestimmen, so dass wir fast wieder ausstiegen, ohne bezahlt zu haben.
Im zweiten Jahr feierten wir zusammen mit zwei Schwedinnen aus Göteborg, die gerade auf dem Hof Praktikum machten. Auch ich war in diesem Jahr aus Göteborg angereist. Die Anwesenheit der Schwedinnen motivierte einige Männer nicht nur zum Tanzkurs, sondern auch zu besonders wilden Knoten- und Rumkugelspielen.